16.01.2026 - 01.02.2026

Am 3. Oktober 2025, dem Tag des Trounwiessel, legt Seine Königliche Hoheit der Großherzog vor der Abgeordnetenkammer den Eid ab und besteigt den Luxemburger Thron. 

Preis
  • Frei

Aus diesem Anlass gibt die Maison du Grand-Duc eine Reihe offizieller Porträts in Auftrag, die das Staatsoberhaupt in seinem institutionellen Amt vergegenwärtigen. Die hier gezeigte Schau, getragen in Zusammenarbeit mit dem Nationalmusée um Fëschmaart und mit Unterstützung der Abgeordnetenkammer sowie des Kulturministeriums, macht dieses Ensemble erstmals der Öffentlichkeit zugänglich.

Die von Serge Ecker, Andrew Gow, Louise Pragnell und Roland Schauls geschaffenen Werke – Gemälde und Büste – stehen in einer jahrhundertealten Tradition: jener des offiziellen Porträts. Ihre Entstehung vereint zudem unterschiedliche Kompetenzen: Rahmenmacher, die die Rahmen nach traditionellen Verfahren entwerfen und maßgefertigt ausführen; Fachleute, die den 3D-Scan der Büste realisieren; sowie eine Kunstgießerei, die mit kunsthandwerklicher Expertise die Umsetzung in Bronze ermöglicht.

Die Porträts eröffnen unterschiedliche Zugänge zur offiziellen Darstellung: als Mittel der Repräsentation des Staatsoberhaupts, als Zeichen eines neuen Regierungsbeginns und zugleich als Schaufenster einer lebendigen Kunstszene.

Biografien

 

Serge Ecker

Das Werk des luxemburgischen Künstlers Serge Ecker kreist um die Auseinandersetzung mit handwerklichen Fertigkeiten, Fragen von Erinnerung und Improvisation sowie mit der Eitelkeit, die neuen Technologien anhaftet.

Sein besonderes Interesse gilt der gebauten Umwelt und den oft übersehenen Details, aus denen sie sich zusammensetzt. Häufig lässt er sich von Elementen inspirieren, die dem flüchtigen Blick entgehen. In seinem künstlerischen Prozess greift Ecker regelmäßig auf technologische Werkzeuge wie 3D-Scanning, computergestützte Modellierung und 3D-Druck zurück, die er bewusst mit handwerklicher Arbeit und Improvisation verbindet. Vor diesem Hintergrund analysiert er die Abwertung von Können und Arbeit in einer zunehmend globalisierten und digitalisierten Welt. Zugleich hinterfragt er die Annahme, neue Technologien seien per se progressiv oder überlegen.

Zu seinen bekanntesten Arbeiten zählt die öffentliche Skulptur „Mélusina“ (2015), die am Ufer der Alzette im Luxemburger Stadtteil Grund installiert ist. Ausgehend von einem digitalen 3D-Scan des Körpers einer Frau wurde diese magentafarbene Sirenenfigur zunächst in Facetten zerlegt und anschließend als keramische Skulptur realisiert.

In jüngerer Zeit hat Ecker seinen Fokus verstärkt auf ökologische Fragestellungen gerichtet. Er entwirft Szenarien, in denen die menschliche Präsenz zurückgedrängt ist und die Natur sich den Raum allmählich zurückerobert. Mit diesen Projekten regt er dazu an, darüber nachzudenken, wie Realität durch Bilder und digitale Daten gefiltert wird, und zugleich über die Fähigkeit der Kunst, diese gefilterten Ebenen wieder in eine erfahrbare, physische Wirklichkeit einzuschreiben.

 

Andrew Gow

Andrew Gow ist ein britischer Maler, der seit über zwanzig Jahren als Porträtist tätig ist. Nach einer fundierten akademischen Ausbildung in den Vereinigten Staaten, in Florenz, Paris und London entwickelte er einen Stil, der eine strenge klassische Meisterschaft mit einer ausgeprägt zeitgenössischen Sensibilität verbindet. Im Verlauf seiner beruflichen Laufbahn arbeitete er hauptsächlich zwischen der Toskana und London. Derzeit ist er von seinem Atelier in den Surrey Hills aus tätig und reist regelmäßig, um seine Aufträge auszuführen.

Er fertigt sowohl Einzelporträts als auch mehrfigurige Kompositionen an. Diese Werke sind für bedeutende Institutionen bestimmt, darunter europäische Königshäuser und internationale Organisationen, und befinden sich entsprechend in privaten Residenzen, Vorstandssälen, universitären Einrichtungen bis hin zum Apostolischen Palast der Vatikanstadt. Er stellte mit der Royal Society of Portrait Painters sowie dem New English Art Club aus und ist Mitglied des Chelsea Arts Club und der Royal Company of Archers.

Neben der Darstellung des Menschen widmet er sich auch der Landschafts- und botanischen Malerei. In diesen Arbeiten thematisiert er die Fragilität der natürlichen Welt und die Notwendigkeit eines ausgewogeneren Verhältnisses zwischen Mensch und Umwelt. Die Figuren und Szenen verweisen häufig auf die Kunstgeschichte sowie auf das eigene Leben des Künstlers. Jedes Gemälde übernimmt damit eine zugleich erzählerische und reflektierende Rolle über die Malerei und die Stellung des Malers in der heutigen Welt.

 

Louise Pragnell

Die britische Malerin Louise Pragnell verortet ihr Werk in der Tradition des Ölporträts und entspricht zugleich den Anforderungen zeitgenössischer öffentlicher Repräsentation. Sie absolvierte ein kunstwissenschaftliches Studium an der University of Edinburgh sowie am Edinburgh College of Art. Anschließend vertiefte sie ihre Ausbildung durch einen Studienaufenthalt in Italien, wo sie an der Florence Academy of Art sowie im Porträtatelier von Rebecca Harp klassische Techniken der Ölmalerei erlernte und weiterentwickelte. Seit nahezu zwanzig Jahren widmet sie sich vornehmlich der Porträtmalerei nach Sitzungen, wobei ihre Praxis vom intimen Familienporträt über offizielle Bildnisse öffentlicher Persönlichkeiten bis hin zu großformatigen Gruppenporträts von Militärangehörigen reicht.

Im Januar 2025 präsentierte sie ein 2,5 Meter hohes Porträt Ihrer Königlichen Hoheit der Princess Royal, das von der Worshipful Company of Saddlers in Auftrag gegeben wurde. Darüber hinaus porträtierte sie namhafte Persönlichkeiten wie die Politiker Jeremy Clarkson und William Hague sowie die Formel-1-Ikone Sir Jackie Stewart.

Im militärischen Kontext schuf sie unter anderem Porträts von S.K.H. dem Duke of Kent, General Sir Nicholas Houghton, General Sir Peter Wall und General Sir Jim Hockenhull. 2023 wurde ein drei Meter breites Gemälde mit der Darstellung von zweiunddreißig Offizieren der Irish Guards dem Prinzen und der Prinzessin von Wales vorgestellt. Ein weiteres Gruppenporträt von fünfundzwanzig Offizieren der Household Cavalry, das von der Princess Royal enthüllt wurde, wird in den Hyde Park Barracks aufbewahrt.

In ihrem Gesamtwerk verbindet die Künstlerin genaue Beobachtung, souveräne klassische Technik und ein ausgeprägtes Gespür für Charakter, um Porträts zu schaffen, die zugleich individuelle Darstellungen und dauerhafte Zeugnisse des öffentlichen Lebens sind.

 

Roland Schauls

Roland Schauls ist ein Maler, der in Luxemburg und Stuttgart lebt und arbeitet. Von 1974 bis 1982 studierte er an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart. Anschließend lehrte er an der Freien Kunstschule derselben Stadt, bevor er sich vollständig seiner Tätigkeit als freischaffender Künstler widmete. 1998 erhielt er den vom Cercle artistique de Luxembourg verliehenen Pierre-Werner-Preis, den er 2018 erneut zugesprochen bekam.

Seit Beginn der 1980er-Jahre präsentierte Roland Schauls zahlreiche Einzelausstellungen in Luxemburg, Deutschland und in ganz Europa. Darüber hinaus nahm er an bedeutenden internationalen Gruppenausstellungen teil, darunter an der Biennale von São Paulo. Seine Werke befinden sich in zahlreichen öffentlichen und privaten Sammlungen, unter anderem im MNAHA und in der Villa Vauban, in den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (Galerie Neue Meister) sowie in verschiedenen europäischen Finanzinstituten und staatlichen Einrichtungen.

Zu seinen herausragenden Arbeiten zählt das monumentale Gemälde „The Portrait Society“, das seit 2020 dauerhaft in der Eingangshalle des MNAHA installiert ist. Das zwischen 1995 und 1998 konzipierte Werk erstreckt sich über eine Fläche von mehr als 100 Quadratmetern und vereint 504 historische Selbstporträts, die sorgfältig aus der bedeutenden Selbstporträtsammlung der Uffizien in Florenz ausgewählt wurden. Die Auswahl umfasst Werke von Meistern wie Dürer, Rembrandt, Rubens, Velázquez und Delacroix und bietet einen außergewöhnlichen Einblick in die Selbstdarstellung durch verschiedene Epochen und Kulturen. Als riesige Mosaikstruktur aus Gesichtern und visuellen Wahrnehmungen angelegt, versetzt diese „Gesellschaft“ den Besucher unmittelbar in eine Situation des Austauschs und der Begegnung und eröffnet einen transhistorischen Leseraum der Formen der Selbstrepräsentation.